Ratgeber · Lichtplanung nach Raum

Lichtplanung im Verkaufsraum: Grundlicht plus Akzente, die verkaufen

Im Laden verkauft das Licht mit: Gleichmäßige Helligkeit macht Ware austauschbar, gezielte Akzente machen sie wertig. Die Formel ist einfach — solides Grundlicht plus 3-fach hellere Akzente auf der Ware — und mit Stromschienen bleibt sie flexibel, wenn der Laden umräumt.

Richtwerte: Zonen im Einzelhandel

Die Richtwerte angelehnt an DIN EN 12464-1 und Handels-Praxis:

ZoneRichtwert
Verkaufsfläche allgemein300 lx
Kassenbereich500 lx
Warenpräsentation / Regale (vertikal)500–1.000 lx
Akzent auf Highlight-Ware3–5× Grundlicht
Schaufenster (gegen Tageslicht)1.500–2.000 lx
Farbwiedergabe (Ra/CRI)≥ 90, Mode/Food: ≥ 95

Der Akzentkontrast ist die eigentliche Stellschraube: Bei 3:1 gegenüber dem Umfeld wird Ware als hervorgehoben wahrgenommen, ab 5:1 als inszeniert. Dafür braucht es Strahler mit engem bis mittlerem Abstrahlwinkel (15–36°) — Fluter können das nicht.

Stromschienen sind im Laden fast immer die richtige Infrastruktur: Sortiment und Möblierung ändern sich, die Schiene bleibt. Geplant wird in Metern Schiene plus Strahler-Anzahl — genau so taucht es auch in der Stückliste auf.

Praxisbeispiel: Boutique 80 m²

Ladenlokal 10 × 8 m, Decke 3 m, Wandregale an zwei Seiten, Mitteltische, Kasse hinten. Ziel: 300 lx Grundniveau, Ware deutlich akzentuiert.

80 m² × 300 lx ÷ 0,55 ≈ 44.000 lm Grundlicht

Grundlicht: z. B. 10 Downlights à 2.000 lm oder — flexibler — vier Schienen à 8 m mit Breitstrahlern. Die Wandregale bekommen pro Meter etwa einen Strahler (24–36°), geschwenkt auf die Ware: Das liefert die vertikalen 500+ lx, die den Laden „sortiert“ aussehen lassen.

Auf die Mitteltische je 1–2 Akzentstrahler (15–24°). Kasse separat auf 500 lx. Insgesamt landen so 60–70 % des Lichts auf Ware statt auf dem Boden — genau umgekehrt zur typischen Altanlage.

Die 4 häufigsten Fehler bei Ladenbeleuchtung

  1. Nur horizontale Beleuchtung geplant. 300 lx auf dem Boden verkaufen nichts. Entscheidend ist vertikales Licht auf Regalen und Ware — geplant wird auf die Warenfläche, nicht auf die Laufzone.

  2. Alles gleich hell. Ohne Kontrast keine Blickführung. Bewusst Hierarchie bauen: Grundlicht zurückhaltend, Ware 3:1, Highlights 5:1 — dunklere Zonen sind Absicht, keine Planungsfehler.

  3. Schlechte Farbwiedergabe an der Ware. Bei Ra 80 wirkt die rote Jacke im Laden anders als am Tageslicht vor der Tür — Retouren-Risiko. An der Ware Ra ≥ 90, bei Mode und Lebensmitteln ≥ 95.

  4. Fest verbaute Spots im wandelbaren Laden. Nach dem ersten Umbau zeigen die Einbauspots auf leere Flächen. Stromschienen kosten initial wenig mehr und bleiben mit jedem Sortimentswechsel richtig.

Verteilung prüfen statt raten

Ob die Werte auf der Fläche wirklich ankommen, siehst du nicht am Überschlag, sondern erst im Plan. In Lightbuilder lädst du den Grundriss hoch, setzt die Leuchten per Klick und die Lux-Heatmap zeigt dir live, wo es hell genug ist — Stückliste fällt direkt mit raus, in etwa 5 Minuten. Komplett kostenlos für Elektrobetriebe.

Häufige Fragen

Wie viel Lux braucht ein Verkaufsraum?
300 lx als Grundniveau auf der Fläche, 500 lx an der Kasse, auf der Warenpräsentation vertikal 500–1.000 lx. Discounter fahren flächig heller, inhabergeführte Läden leben vom Kontrast.
Welcher Abstrahlwinkel für Warenakzente?
15–24° für einzelne Highlights, 24–36° für Regalzonen, ab 60° nur fürs Grundlicht. Faustregel: je enger der Winkel, desto stärker die Bühnenwirkung.
Wie plane ich Stromschienen im Laden?
Schienen parallel zu den Warenwänden, ca. 1–1,5 m Wandabstand — von dort treffen Strahler im 30–45°-Winkel auf die Ware. Kalkuliert wird in Metern Schiene plus Strahlern; Lightbuilder rechnet Schienen genau so in die Stückliste.
Welche Lichtfarbe im Einzelhandel?
3.000 K für Mode, Wohnen, Food-Genuss; 4.000 K für Technik, Drogerie, Frische-Abteilungen. Innerhalb einer Sichtachse bei einer Farbe bleiben.

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Alle Lux-Angaben sind Richtwerte angelehnt an DIN EN 12464-1 bzw. gängige Praxis — als Planungshilfe, kein normativer Nachweis. Für die fachliche Prüfung und Ausführung bleibt der Fachbetrieb verantwortlich.