Ratgeber · Lichtwissen
Watt in Lumen umrechnen: die Tabelle für den LED-Alltag
„Wie viel Watt brauche ich?“ ist seit LED die falsche Frage — zwischen 60 und 200 Lumen pro Watt liegt am Markt der Faktor drei. Die richtige Währung ist Lumen. Hier ist die Übersetzungstabelle für Kunden, die noch in Glühlampen-Watt denken, plus die Effizienz-Einordnung für deine Produktauswahl.
Umrechnungstabelle: Glühlampe → LED
Die klassischen Glühlampen-Stufen und ihre LED-Entsprechung:
| Alte Glühlampe | Lumen (LED-Bedarf) |
|---|---|
| 25 W Glühlampe | ≈ 250 lm (LED: 2–3 W) |
| 40 W Glühlampe | ≈ 470 lm (LED: 4–5 W) |
| 60 W Glühlampe | ≈ 800 lm (LED: 6–8 W) |
| 75 W Glühlampe | ≈ 1.050 lm (LED: 8–10 W) |
| 100 W Glühlampe | ≈ 1.520 lm (LED: 11–14 W) |
| 50 W Halogenspot | ≈ 350–500 lm (LED: 4–6 W) |
Für die Produktauswahl zählt die Effizienz in Lumen pro Watt: Einfache Wohnraum-LEDs liegen bei 80–100 lm/W, gute Technik-Leuchten bei 120–160 lm/W, Hallen- und Straßenoptiken erreichen 180+ lm/W. Bei Dauerbrennern (Halle, Flur, Außenlicht) rechnet sich jede Stufe direkt auf der Stromrechnung.
Vorsicht bei zwei Datenblatt-Fallen: Manche Hersteller geben den LED-Chip-Lichtstrom an statt den echten Leuchten-Lichtstrom (nach Optik und Abdeckung 10–20 % weniger). Und „ersetzt 100 W“ ohne Lumen-Angabe ist keine belastbare Aussage.
Rechenbeispiel: Stromkosten alte Halle vs. LED
12 alte HQL-Strahler à 250 W (inkl. Vorschaltverlust ~270 W) sollen ersetzt werden, Brenndauer 2.500 h/Jahr, Strompreis 0,30 €/kWh.
Alt: 12 × 270 W × 2.500 h = 8.100 kWh/a → 2.430 €/a
LED-Ersatz: Die HQL-250 liefert real um 11.000 lm — eine 150-W-LED-Highbay (150 lm/W ≈ 22.500 lm... hier reicht sogar eine 90-W-Highbay mit ca. 13.500 lm). Mit 12 × 90 W: 2.700 kWh/a → 810 €/a. Ersparnis: rund 1.600 € pro Jahr, die Umrüstung trägt sich oft in unter drei Jahren.
Genau diese Rechnung gehört ins Angebot — sie verkauft die Sanierung besser als jedes Datenblatt.
Die 3 häufigsten Watt/Lumen-Fehler
Nach Watt geplant. „Da muss mehr Watt rein“ führt bei LED ins Leere — 10 W können 800 oder 2.000 lm bedeuten. Immer über Lumen (und bei Spots über den Abstrahlwinkel) planen.
Ersetzt-Angaben ungeprüft übernommen. „Ersetzt 100 W“ bei 1.000 lm ist geschönt (echte 100-W-Glühlampe: ~1.520 lm). Kunde merkt's nach dem Umbau — Lumen im Datenblatt gegenrechnen.
Effizienz bei Dauerbrennern ignoriert. Zwischen 100 und 160 lm/W liegen bei einer Halle mit 3.000 Brennstunden schnell vierstellige Beträge pro Jahr. Bei kurzen Laufzeiten (Gäste-WC) ist Effizienz dagegen fast egal.
Verteilung prüfen statt raten
Ob die Werte auf der Fläche wirklich ankommen, siehst du nicht am Überschlag, sondern erst im Plan. In Lightbuilder lädst du den Grundriss hoch, setzt die Leuchten per Klick und die Lux-Heatmap zeigt dir live, wo es hell genug ist — Stückliste fällt direkt mit raus, in etwa 5 Minuten. Komplett kostenlos für Elektrobetriebe.
Häufige Fragen
- Wie viele Lumen hat eine 60-W-Glühlampe?
- Etwa 800 lm. Eine LED mit 800 lm (6–8 W) ist der direkte Ersatz — bei gleicher Lichtfarbe (2.700 K) wirkt sie identisch.
- Wie viel Watt LED für einen Raum?
- Erst Lumen rechnen (Fläche × Soll-Lux ÷ 0,6), dann durch die Effizienz teilen. Beispiel Wohnzimmer 20 m²: ~4.000 lm → bei 100 lm/W rund 40 W LED gesamt.
- Was ist ein guter lm/W-Wert?
- Wohnleuchten 80–100 lm/W, professionelle Innenleuchten 120–160 lm/W, Hallenstrahler bis 200 lm/W. Unter 80 lm/W ist heute nur noch bei Deko-Leuchten akzeptabel.
- Warum leuchtet die neue LED schwächer als angegeben?
- Häufigste Ursachen: Chip- statt Leuchten-Lichtstrom im Datenblatt, Dimmer-Mindestlast, oder der Vergleich alt/neu fand bei unterschiedlicher Lichtfarbe statt. Der Lumen-Wert der kompletten Leuchte zählt.
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Alle Lux-Angaben sind Richtwerte angelehnt an DIN EN 12464-1 bzw. gängige Praxis — als Planungshilfe, kein normativer Nachweis. Für die fachliche Prüfung und Ausführung bleibt der Fachbetrieb verantwortlich.